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Krümelbarkeit

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Die Krümelbarkeit gibt an, wie leicht ein Boden sich bearbeiten lässt. Die Krümelbildung ist abhängig von der Bindungsstärke der Bodenteilchen. Bei sehr tonhaltigen Böden kann die Krümelstruktur so schlecht werden, dass der Boden bei Trockenheit Beton ähnelt, während bei Feuchtigkeit der Boden so plastisch wird, dass er verschmiert. Pflanzen wachsen am besten in Böden mit guter Krümelbarkeit, ausreichend organischer Substanz und folglich ausreichendem Gasaustausch.

Eine schlechte Krümelbarkeit kann durch einen niedrigen Gehalt an organischer Substanz oder einem zu niedrigen pH-Wert entstehen. Organische Substanz sorgt für Bindung zwischen den Bodenteilchen und begünstigt besonders auf schweren Böden eine gute Krümelbarkeit. Der pH-Wert sollte hier >7 sein, da sich bei niedrigeren pH-Werten die Krümelbarkeit verschlechtert. Der Boden sollte nicht zu nass sein und keine störenden Horizonte („Strohmatten“) aufweisen.

Hinsichtlich der Krümel kann unterschieden werden zwischen

  • runden Krümeln (0,3-1cm): gut durchwurzelbar
  • kantigen, quadratischen Stücken: nicht durchwurzelbar

Eine gute Krümelbarkeit weist folgende Charakteristika auf:

  • Acker 0-25cm: ca. 25% sind Krümel, scharfe, eckige Elemente sind nicht vorhanden.
  • Acker 25-50cm: ca. 25% sind Krümel oder abgerundete quadratische Elemente. Der Rest ist nicht durchwurzelbar.
  • Grünland, 0 - 10cm: 40% Krümel, 40% abgerundete, quadratische Elemente, 20% bestehen aus scharfkantigen Elementen.

BLGG AgroXpertus bewertet auf dem Untersuchungsbericht die Krümelbarkeit auf einer Skala von 0 – 10. Je höher die Bewertung, desto besser die Krümelstruktur.

Maßnahmen zur Verbesserung der Krümelbarkeit sind abhängig von der Ursache der schlechten Struktur. Bei einem niedrigen Gehalt an organischer Substanz ist der Anbau von Zwischenfrüchten oder die Zufuhr von Wirtschaftsdünger und/oder Kompost anzuraten. Bei niedrigem pH-Wert ist eine Kalkung ratsam.

Kennzahlen, die BLGG AgroXpertus zur Ermittlung der Krümelbarkeit verwendet:

  • Organische Substanz: sorgt für Bindung zwischen den Bodenteilchen und verbessert besonders auf schweren Böden die Krümelstruktur
  • Tongehalt: Je höher der Tongehalt des Bodens, desto schwieriger verkrümelt der Boden. Zur Ermittlung der Krümelbarkeit wird der tatsächlich gemessene Tongehalt verwendet.
  • pH-Wert: Bei einem pH-Wert kleiner 7 verschlechtert sich die Krümelbarkeit des Bodens.
  • Kohlensauer Kalk: Calcium spielt für die Krümelbarkeit eine entscheidende Rolle. Mit der Ermittlung des Kohlensauren Kalkes wird die Menge festgebundenen Calciums ermittelt.
  • Ca-KAK: Für die Krümelbarkeit ist Ca von großer Bedeutung. Das austauschbare Calcium wird mit dem Ca-KAK gemessen.