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Rohfaser

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Der Rohfasergehalt formt einen Gegenspieler zum Rohproteingehalt. Kurzes Gras enthält wenig Rohfaser und viel Rohprotein; langes Gras viel Rohfaser und wenig Rohprotein. Gras von einer normal gedüngten Parzelle enthält ca. 240 g Rohfaser und ca. 190 g Rohprotein je kg TS.

Bestimmung
Rohfaser wird mittels NIRS bestimmt. NIRS (Nah-Infrarot-Spektroskopie) beruht auf einer Bestrahlung mit Nah-Infrarot-Licht. Ein Teil des Lichts wird vom Material absorbiert, der Rest des Lichtes wird reflektiert und gemessen. Eine Reihe von Grasproben, bei denen die chemische Zusammenstellung bekannt ist, dient als Basis/ Kalibrierungsgrundlage. 
 
Konservierung
Gras mit hohen Eiweißgehalten und niedrigen Rohfasergehalten konserviert schlechter. Das Eiweiß neutralisiert die Säure, wodurch der pH-Wert langsamer sinkt und das Silo langsamer stabil wird. Durch die träge Konservierung wird viel Stickstoff zu Ammoniak umgesetzt. Dadurch geht viel Stickstoff verloren.

Fütterung
Kühe kauen strukturreiches Gras (mit viel Rohfaser) deutlich intensiver wieder. Durch das Wiederkauen gelangt viel Speichel in den Pansen und sorgt für einen optimalen pH-Wert. Kurz geschnittenes Gras enthält wenig Rohfaser (wenig Struktur), Folge ist eine schlechte Pansenwirkung. Der berechnete VEM-Wert von kurzem Gras ist nur schwierig durch die Kuh zu nutzen, da der Pansen nur halbe Arbeit leistet.