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Rohprotein

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Rohprotein ist die Summe aller Verbindungen, die Stickstoff enthalten. Die Menge stickstoffhaltiger Verbindungen einer Grassilage ist abhängig vom Proteingehalt und dem Anteil Nicht-Eiweiß-Verbindungen, wie z.B. Ammoniak. Der Ammoniakgehalt wird auf dem Untersuchungsbericht separat als Prozent des ursprünglichen Eiweißgehaltes aufgeführt.

Rohprotein NH3-frei ist der in der Trockensubstanz ermittelte Anteil an Rohprotein ohne Ammoniak. Nach der Trocknung befindet sich sowohl Rohprotein als auch eine Restmenge Ammoniak in der Trockensubstanz. BLGG AgroXpertus korrigiert für den Ammoniakgehalt und gibt den tatsächlichen Rohprotein-Gehalt in g/kg TS (ohne Ammoniak) auf dem Untersuchungsbericht wieder.

Rohprotein gesamt ist der Proteingehalt inkl. Ammoniak. Hierbei wird der in der frischen Probe ermittelte Ammoniakgehalt mit dem Gehalt an Rohprotein NH3-frei verrechnet. Rohprotein gesamt charakterisiert somit die komplette Menge an stickstoffhaltingen Verbindungen die das Grundfutter enthält (Rohprotein und Ammoniak).

Lösliches Rohprotein
Der Anteil an löslichem Rohprotein ist ein Indikator für die Proteinqualität. Das bei BLGG AgroXpertus gemessenen lösliche Rohprotein spiegelt den Anteil an Nicht-Eiweiß-Verbindungen (NPN-Verbindungen) wieder. NPN-Verbindungen sind im Gegensatz zum Reineiweiß kein Eiweiß, und werden überwiegend im Pansen abgebaut. NPN-Verbindungen können z.B. freie Aminosäuren, Ammoniak oder Polyamine sein. NPN-Verbindungen entstehen unter anderem durch den Eiweißabbau während der Lagerung. Für eine optimale Proteinversorgung sollte ausreichend Reineiweiß vorhanden sein, damit es zu keiner Eiweißunterversorgung der Mikroben im Pansen kommt.

Bestimmung
Rohprotein und Rohfaser werden mittels NIRS bestimmt. NIRS (Nah-Infrarot-Spektroskopie) beruht auf einer Bestrahlung mit Nah-Infrarot-Licht. Ein Teil des Lichts wird vom Material absorbiert, der Rest des Lichtes wird reflektiert und gemessen. Eine Reihe von Grasproben, bei denen die chemische Zusammenstellung bekannt ist, dient als Basis/ Kalibrierungsgrundlage.

Konservierung
Gras mit hohen Eiweißgehalten und niedrigen Rohfasergehalten konserviert schlechter. Das Eiweiß neutralisiert die Säure, wodurch der pH-Wert langsamer sinkt und das Silo langsamer stabil wird. Durch die träge Konservierung wird viel Stickstoff zu Ammoniak umgesetzt. Dadurch geht viel Stickstoff verloren.

Fütterung
Kühe kauen strukturreiches Gras (mit viel Rohfaser) deutlich intensiver wieder. Durch das Wiederkauen gelangt viel Speichel in den Pansen und sorgt für einen optimalen pH-Wert. Kurzgeschnittenes Gras enthält wenig Rohfaser (wenig Struktur), Folge ist eine schlechte Pansenwirkung. Der berechnete VEM-Wert von kurzem Gras ist nur schwierig durch die Kuh zu nutzen, da der Pansen nur halbe Arbeit leistet.