Weichmacher in Lebensmitteln
Von Dr. Katrin Hoenicke, Eurofins Wiertz-Eggert-Jörissen, Deutschland
Eurofins Food Testing Newsletter Nr. 20 - März 2006
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Schlagwörter wie ESBO (epoxydiertes Sojabohnenöl) oder Phthalate sind in Verbindung mit Lebensmitteln in der letzten Zeit immer wieder in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt. Bei den genannten Substanzen handelt es sich um Weichmacher, die Kunststoffen in Konzentrationen von bis zu 40 % zugesetzt werden, um diesen elastische Eigenschaften zu verleihen. Sie werden insbesondere in Dichtmassen von Schraubverschlüssen, sogenannten Twist-off- Deckeln eingesetzt, um einen luftdichten Verschluss zu gewährleisten. Da sie keine chemische Bindung mit dem Kunststoff eingehen, können sie relativ leicht herausgelöst werden und aufgrund ihrer lipophilen Eigenschaften insbesondere in fetthaltige Lebensmittel migrieren.
Gemäß der Richtlinie 2002/72/EWG dürfen von Deckeln bzw. Dichtungsringen aus Kunststoff. Stoffe auf Lebensmittel nur bis zu einer Höchstmenge von 60 mg/kg Lebensmittel übergehen. Für ESBO gilt ein spezifischer Migrationswert von 60 mg/kg Lebensmittel, und nach Richtlinie 2005/79/EG ab dem 19.11.2006 speziell für Säuglingsnahrung und Folgenahrung sowie für Beikost für Säuglinge und Kleinkinder ein spezifischer Migrationswert von 30 mg/kg Lebensmittel.
Erhöhte Mengen an ESBO bzw. Phthalaten wurden kürzlich in verschiedenen fetthaltigen Lebensmitteln wie Pesto, Pastasoßen oder Thunfisch in Öl nachgewiesen. Vom Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) wurde empfohlen, dass verschiedene Lebensmittelverpackungen die Phthalate enthalten aufgrund ihrer hohen Migrationsrate nicht in Verbindung mit fetthaltigen Lebensmitteln verwendet werden sollen. Darüber hinaus wird empfohlen, dass für die auf dem deutschen Markt befindlichen fetthaltigen Lebensmitteln, die in Gläsern mit Twist-off-Deckeln verpackt sind, Untersuchungen zur Belastung mit Weichmachern durchgeführt werden.
Aufgrund des vielfältigen Einsatzes von Phthalaten kann deren Vorhandensein in Lebensmitteln aber auch andere Ursachen als eine Migration aus der Verpackung haben. So erfolgte kürzlich der Nachweis von Phthalaten in Speiseölen wahrscheinlich durch die Verwendung von Kunststoffschläuchen und -tanks bei der Produktion und Abfüllung.
Eurofins Wiertz-Eggert-Jörissen bietet die Analyse von ESBO und verschiedenen Phthalaten an und ist für diese Testmethoden nach ISO 17025 akkreditiert.
Kontakt: katrin.hoenicke@wej.de
