Europäische Union reguliert Weichmacher in Lebensmitteln

Von Andreas Grabitz, Eurofins Analytik GmbH, Wiertz-Eggert-Jörissen
Eurofins Food Testing Newsletter Nr. 25 - November 2007

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Die Östrogene Wirksamkeit bestimmter Weichmacher, der sogenannten Phthalate, ist seit mehreren Jahren bekannt. Dennoch werden diese Stoffe weiterhin für viele Produkte des täglichen Bedarfs verwendet. Vor kurzem hat die Europäische Union zum ersten Mal Grenzwerte für die Konzentration dieser Substanzen in Lebensmittelverpackungen und Spielzeugen festgelegt.

Deckel für Gläser, die als Lebensmittelverpackung benutzt werden, enthalten prozentual hohe Anteile an Weichmachern, um die notwendige Dichtheit bei langfristiger Lagerung zu gewährleisten. Bis vor wenigen Jahren wurden sie In der Europäischen Union auch für Verwendungszwecke eingesetzt, bei denen sie in Kontakt mit Nahrungsmitteln kamen.

Mit der EU-Richtlinie 2007/19/EG werden die Gläserdeckel aus rechtlicher Sicht Kunststoffen gleichgestellt. Das bedeutet, sie müssen einen Migrations-Grenzwert von Insgesamt 60 mg/kg Nahrungsmittel einhalten. Für die wichtigsten Phthalate werden darüber hinaus spezifische Migrations-Grenzwerte festgesetzt. Es dürfen diesen zufolge nur äußerst niedrige Mengen Phthalate aus der Verpackung In das Nahrungsmittel übergehen.

Für eine Gruppe von Weichmachern mit deutlich geringerer Toxizität hat die Europäische Union in der Richtlinie 372/2007/EG für eine Übergangsperlode bis einschließlich 30. Juni 2008 sehr viel höhere Werte für die Migration zugelassen. Demnach gilt für Substanzen mit geringerer Toxizität - ESBO, ATBC und sieben weitere Stoffe -ein erhöhter Grenzwert von 300 mg/kg.

Im Gegensatz dazu gibt es zum ersten Mal sehr niedrige Grenzwerte für Weichmacher aus der Gruppe der Phthalate, die nachgewiesenermaßen reproduktlons- und hepatotoxlsch, also schäd-i lieh für Fortpflanzungsorgane und Leber sind. Das Einhalten der Grenzwerte könnte nur durch einen generellen Austausch dieser Substanzen sichergestellt werden.

Eurofins bietet GC-MS-Analysen zum Nachwels von Phthalaten, ESBO und ATBC in Gläserdeckeln, Verpackungen und Kunststoffen an. Bei 30 % aller In den Eurofins Laboren durchgeführten Lebensmittelanalysen liegen die gemessenen Konzentrationen, Insbesondere bei Diethylhexylphthalat (DEHP), noch oft - mitunter erheblich - über dem gesetzlichen Grenzwert. Die Ursachen dafür könnten Kontaminationen während der Produktion und In die Produktionsgebäude eingeschleppte Kreuzkontaminationen sein.

AndreasGrabitz@eurofins.de