3-MCPD Fettsäureester in Fetten und Ölen sowie in fetthaltigen Lebensmitteln
Von Dr. Katrin Hoenicke, Eurofins Wiertz-Eggert-Jörissen, Deutschland
Eurofins Food Testing Newsletter Nr. 26 -März 2008
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3-Monochlorpropan-1,2-diol (3-MCPD), auch als "freies" 3-MCPD bezeichnet, war bisher nur in wenigen Lebensmitteln wie Sojasauce oder dunkel geröstetem Toastbrot als Problem bekannt. Kürzlich konnte das Chemische Veterinär-und Untersuchungsamt (CVUA) Stuttgart diese Substanz in beträchtlichen Mengen in raffinierten Speisefetten und -ölen sowie in fetthaltigen Lebensmitteln wie Säuglingsnahrung, Nuss-Nougatcremes oder Keksfüllungen in der Form von 3-MCPD Fettsäureestern nachweisen.
Während die 3-MCPD Fettsäureester in nativen Speisefetten und -ölen nicht bzw. nur in geringen Konzentrationen enthalten sind, wurden in den raffinierten Ölen und Fetten Gehalte im Bereich zwischen 0,5 mg/kg und 10 mg/kg ermittelt. 3-MCPD Fettsäureester entstehen bei der Raffination der Öle, genauer gesagt während der Desodorierung. Bei diesem Schritt werden bei Temperaturen bis 250°C unerwünschte Geruchs- und Geschmacksstoffe entfernt.
Für das freie 3-MCPD wurde bereits eine tolerierbare tägliche Aufnahmemenge von 2 μg/kg je kg Körpergewicht festgelegt und für Sojasauce und hydrolisiertes Pflanzenprotein gilt eine Höchstmenge von 20 μg/kg (Verordnung (EG) Nr. 1881/2006). Eine erste toxikologische Einschätzung zur Bedeutung der 3-MCPD Fettsäureester wurde vom Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) abgegeben. Danach besteht keine akute Gesundheitsgefährdung sowohl für Erwachsene als auch für Säuglinge und Kleinkinder. Ob und wenn ja in welchem Umfang die 3-MCPD Fettsäureester Im menschlichen Verdauungstrakt zu freiem 3-MCPD gespalten werden können Ist bisher noch unklar. Da ein Rest an Unsicherheit über die Langzeltfolgen von 3-MCPD Fettsäureestern besteht, Ist es laut dem BfR notwendig, die Gehalte In den Lebensmitteln, insbesondere In Säuglingsnahrung soweit wie möglich zu minimieren.
Für die Analytik der Fettsäureester wurde eine Arbeitsgruppe zur Methodenvalidierung, koordiniert durch das BfR, gegründet. Bei der vorgesehenen Methode wird das nach Umesterung der Fettsäuren freigesetzte 3-MCPD derivatislert und mittels GC-MS bestimmt (analog der CVUA-Methode). Eurofins ist Mitglied dieser analytischen Arbeitsgruppe und bietet die Bestimmung der Ester nach der entsprechenden, zukünftig offiziellen, Methode an.
Kontakt: KatrinHoenicke@eurofins.de
