Analytischer Nachweis von Melamin in Lebens- und Futtermitteln

Von Silke Heimbecher, Eurofins Analytik GmbH, Deutschland
Eurofins Food Testing Newsletter Nr. 28 - November 2008

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Hohe Gehalte an Melamin, ein Grundstoff für die Herstellung von Kunstharzen, wurden in Milchprodukten aus China gefunden.

Bereits im Frühjahr 2007 wurde bekannt, dass für die Herstellung von Heimtiernahrung dem verwendeten Weizenkleber Melamin zur Vortäuschung eines höheren Proteingehalts zugesetzt worden war. Eineinhalb Jahre später steht die Substanz im Mittelpunkt eines der größten Lebensmittelskandale der letzten Jahrzehnte mit vielen toten und mehreren tausend erkrankten Säuglingen in China. Diesmal war der höhere Proteingehalt in Milchpulver und anderen Milchprodukten vorgetäuscht worden. Zurzeit taucht Melamin In Europa vereinzelt in Bonbons und Feingebäck ostasiatischer Herkunft auf.

Entsprechend hat die EU die Einfuhr von Säuglings- und Kleinkindernahrung sowie die Einfuhr von zusammengesetzten Produkten aus China mit Milchbestandteilen verboten. Produkte, die mehr als 15% oder einen unbekannten Anteil an Milcherzeugnissen enthalten, dürfen nur nach vorheriger analytischer Prüfung eingeführt werden. Hier gilt ein Grenzwert von 2,5 mg/kg. In Deutschland Ist die Einfuhr von Milcherzeugnissen aus China zur Verwendung als Säuglings- und Kleinkindernahrung grundsätzlich verboten.

Drei Labore der Eurofins-Gruppe, Wiertz-Eggert-Jörlssen in Hamburg, Sofia GmbH In Berlin und Central Analytical Laboratory In Lousiana, USA, konnten schon 2007 die von der Food and Drug Administration entwickelte GC-MS-Methode etablieren und Melamin sowie seine Abbauprodukte Ammelin, Ammelid und Cyanursäure In Lebens- und Futtermitteln mit Bestimmungsgrenzen von 2 bis 20 mg/kg, je nach Metabolit, nachweisen.

Nach dem Auftreten von Melamin In Lebensmitteln wurde bei Eurofins eine empfindlichere LC-MS/MS-Methode entwickelt, mit der eine Bestimmungsgrenze von 0,1 mg/kg für Melamin erreicht werden kann. Eurofins hat die Analyse von Melamin auch in den Laboratorien in Suzhou, China, etabliert. Für die Analysen in den deutschen Laboren werden fünf bis sieben Werktage benötigt.

Geringe Mengen an Melamin In Lebensmitteln sind harmlos. So kann die Substanz aus Verpackungsmaterial aus Melaminharz in das Produkt migrieren. Aus dem Insektizid Cyromazin kann ebenfalls Melamin freigesetzt werden. Auch hier kann Eurofins für seine Kunden Ursachenforschung betreiben, z.B. durch spezifische Migrationsstudien am Verpackungsmaterial bzw. Pestizidanalytlk.

Kontakt: SilkeHeimbecher@eurofins.de

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