Prüfung der Pestizidbelastung schon beim Landwirt

Innovative Kontrollmethoden ermöglichen die Auslieferung von frischer, getesteter Ware

Von Silke Heimbecher, Eurofins Global Control, Deutschland und Dr. Ansgar Ferner, Eurofins ofi-Lebensmittelanalytik, Österreich
Eurofins Food Testing Newsletter Nr. 32 - März 2010

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Die maximal mögliche Belastung von Lebensmitteln mit Pestiziden ist in der EU durch die Verordnung (EC) No 396/2005 streng reglementiert. Damit der Verbraucher möglichst frische, unbelastete Produkte erhält, sollten die Kontrollbeprobungen bereits im Ursprungsland durchgeführt werden, damit das Analyseergebnis bei Ankunft der Container vorliegen kann.

Diese Vorgehensweise wurde 2009 von der Eurofins ofi-Lebensmittelanalytik in Wien zusammen mit der Eurofins Global Control in Hamburg erfolgreich im Auftrag des österreichischen Lebensmitteleinzelhandels praktiziert. In enger Abstimmung mit den österreichischen Auftraggebern, den Importeuren sowie den Lieferanten und Landwirten in der Türkei und Italien wurden Probennehmer zu über 100 Feldern mit Weintrauben und Birnen gesandt. Nach Bestimmung der GPS-Koordinaten wurden repräsentative Spots beprobt und die versiegelten Proben (jeweils A- und B-Probe) bei der Eurofins ofi-Lebensmittelanalytik, dem einzigen in Österreich für Kontaminanten nach QS-Standard zugelassenen Labor, auf Pestizide analysiert. Innerhalb kürzester Zeit nach der Beprobung lagen die Ergebnisse vor und die Felder konnten zur Ernte freigegeben werden. Bei Auffälligkeiten wurde dieses Ergebnis durch Analyse der B-Probe verifiziert.

Dieses Konzept wurde auch bei der Beprobung bereits geernteter Früchte im Ursprungsland Italien angewandt. Die Lieferanten stellten gezielt Chargen einer Auswahl von Feldern zusammen und vor der Einlagerung bzw. Auslieferung der Früchte wurden diese wiederum im Auftrag der Eurofins Global Control unabhängig und repräsentativ beprobt und analysiert.

Zum einen wird wertvolle Zeit gewonnen, um die Produkte dem Verbraucher noch frischer zur Verfügung zu stellen. Zum anderen wird vermieden, dass erst nach Ankunft zu hohe Pestizidbelastungen erkannt werden, was neben Entsorgungskosten auch Lieferengpässe in den Märkten zur Folge haben kann. Ein weiterer Vorteil liegt in der Rückverfolgbarkeit der Ware und deren Pestizidbelastungen zu den einzelnen Landwirten. Die im Bestimmungsland ankommenden Chargen bestehen meistens aus Produkten mehrerer Landwirte und so besteht die Gefahr, dass Pestizidbelastungen, welche nur Teile der Lieferung betreffen, nicht erkannt werden.

Kontakte: SilkeHeimbecher@eurofins.de; AnsgarFerner@eurofins.at

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