Differenzierung von anorganischem und organischem Arsen in Lebens- und Futtermitteln

Von Dr. Katrin Hoenicke, Eurofins WEJ Contaminants GmbH, Deutschland
Eurofins Food Testing Newsletter Nr. 34 - November 2010

Alle Artikel aus dieser Newsletter-Ausgabe Links die Sie interessieren könnten Unser Newsletter als pdf-Dokument

Arsen ist ein Halbmetall, welches sich sowohl natürlich als auch in Folge von anthropogenen Aktivitäten in der Umwelt (insbesondere im Boden) findet. Es kann in unterschiedlichen Formen vorliegen, wobei man zwischen anorganischem und organisch gebundenem Arsen differenziert. Beide Formen unterscheiden sich erheblich in ihrer Toxizität. Eine Langzeitaufnahme von anorganischem Arsen kann unter anderem zu Hautläsionen, Harnblasen-, Lungen- und Hautkrebs führen. Organisch gebundenes Arsen weist dagegen ein nur sehr geringes toxisches Potenzial auf.

Die Hauptquelle der Arsenexposition für die allgemeine Bevölkerung in Europa sind Lebensmittel. Meeresfrüchte und Fisch enthalten besonders hohe Mengen an Arsen, welches jedoch hauptsächlich organisch gebunden als Arsenobetain und Arsenocholin vorliegt und damit nur gering toxisch ist. Aufgrund ihrer Verzehrshäufigkeit gelten Getreide und Getreideprodukte als Hauptquelle für die Aufnahme von toxischem anorganischen Arsen, gefolgt von Lebensmitteln für eine spezielle Diät, in Flaschen angebotenes Wasser, Kaffee, Bier, Reis und Reisprodukte, Fisch und Gemüse. In Europa gibt es derzeit keine harmonisierten Höchstmengen für Arsen in Lebensmitteln. In bestimmten Futtermittelerzeugnissen werden Höchstmengen durch die Richtlinie 2002/32/EG festgelegt.

Eurofins WEJ Contaminants führt eine Differenzierung von anorganischem und organischem Arsen in Lebensund Futtermitteln durch. Hierbei wird zunächst der Gehalt an Gesamtarsen nach Druckaufschluss und Messung mittels induktiv gekoppeltem Plasma - Massenspektrometrie (ICPMS) bzw. Atomabsorptionsspektrometrie (AAS) bestimmt. Zusätzlich zur Bestimmung des Gesamtarsens erfolgt eine spezifische Bestimmung des toxikologisch relevanten Gehaltes an anorganischem Arsen mit Hilfe der Hydridtechnik (Hydrid-AAS).

Kontakt: nadjafluechter@eurofins.de

Diese Seiten könnten Sie interessieren:
Analyse von anorganischen Kontaminanten
Analyse von Babynahrung
Analyse von Fisch und Meeresfrüchten
Analyse von Getreide und Getreideprodukten