Rückverfolgung der Herkunft natürlicher Verbindungen mittels Stabilisotopenanalytik
Von Eric Jamin, Eurofins Scientific Analytics, Frankreich
Eurofins Food Testing Newsletter Nr. 35 - März 2011
Alle Artikel aus dieser Newsletter-Ausgabe Links die Sie interessieren könnten Unser Newsletter als pdf-Dokument

Aus traditionellen, ethischen oder wirtschaftlichen Gründen kann ein tierisches oder pflanzliches Produkt aufgrund seines natürlichen Ursprungs einem anderen vorgezogen werden und einen anderen Preis haben. Europäische Konsumenten bevorzugen z.B. in kosmetischen Produkten die Verwendung von Squalan und Squalen aus pflanzlichem Ursprung wie z.B. Olivenöl anstelle von der aus Tiefsee-Haien gewonnenen Substanz. Letztere Option ist günstiger, stellt aber keine nachhaltige Quelle dar. In einer anderen Kultur, wie dem japanischen Markt, wird die Verwendung mariner Quellen, wie z.B. Haifisch, den terrestrischen Quellen, wie z.B. Schwein oder Rind, für die Zubereitung von Nahrungsergänzungsmitteln, wie z.B. Chondroitinsulfat zur Behandlung von Arthrose, vorgezogen. Viele weitere natürliche Verbindungen können dieser Liste hinzugefügt werden, unter anderem Glycerol und Heparin.
In den meisten Fällen gibt es keine gesetzlichen Vorgaben zur Angabe des natürlichen Ursprungs, dieser kann in Produktkennzeichnungen und "Claims" verwendet werden. Eine irreführende Auslobung solcher Produkte kann als Betrug eingestuft werden. Um die Rückverfolgbarkeit und einen fairen Handel zu gewährleisten, werden analytische Methoden zur Bestätigung der angegebenen Herkunft benötigt.
Bei hoch aufgereinigten Bestandteilen wird es unmöglich die Tier- oder Pflanzenart über einen DNA- oder Protein-Nachweis zu bestimmen und Spuren von Verunreinigungen sind nicht immer vorhanden oder nicht aussagekräftig. In solchen Fällen ist die Verwendung der Stabilisotopenanalytik das einzig effiziente Mittel, um chemisch identische Moleküle unterschiedlichen Ursprungs zu unterscheiden.
Das Verhältnis der stabilen Isotope eines organischen Materials ist ein Fingerprint der zu dem Zeitpunkt der Biosynthese vorherrschenden Bedingungen und ermöglicht so die Rückverfolgung zum Ursprung. Dadurch ist es möglich festzustellen, ob z.B. Glycerol oder Squalan/Squalen tierischen oder pflanzlichen Ursprungs ist, ob Chondroitinsulfat aus marinen oder terrestrischen Tieren gewonnen wurde oder ob Heparin vom Rind oder Schaf stammt.
Dieser analytische Nachweis wird standardmäßig in unserem Kompetenz-Zentrum für Authentizität in Nantes, Frankreich, durchgeführt. Unsere Experten entwickeln auch kundenspezifische Studien, um das Verfahren auch an weitere vergleichbare Marktanforderungen anzupassen.
Kontakt: service@eurofins.de
