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Legionellen - Test, Analyse und Untersuchung von Legionellen im Trinkwasser

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Achtung: Am 14.12.2012 trat die Zweite Verordnung zur Änderung der Trinkwasserverordnung in Kraft

Mit der geänderten Trinkwasserverordnung müssen alle Anlagen zur gewerblichen Wasserabgabe alle drei Jahre auf Legionellen untersucht werden, die über mehr als 400 Liter Speichervolumen verfügen, und/oder Warmwasserleitungen mit mehr als drei Liter Inhalt zwischen dem Trinkwassererwärmer und der Entnahmestelle. Betroffen sind u. a. neben zahlreichen öffentlichen Gebäuden nun auch private Hausvermieter und Gebäudeverwalter. Wählen Sie rechts Ihre Region aus und wir erstellen Ihnen gerne ein Angebot.

Legionellen sind aerobe (auf Sauerstoff angewiesene) bewegliche Stäbchenbakterien. Es gibt mehr als 50 verschiedene Legionellenarten, von denen 17 bei Menschen zu Erkrankungen führen können. Sie verursachen die Legionärskrankheit, die erstmals 1976 bekannt wurde. Die Krankheit zeigt sich als schwere Form einer Lungenentzündung und verläuft schlimmstenfalls tödlich. Sie kann sich auch als Atemwegsinfekt (Pontiac-Fieber) mit Husten, Fieber und Muskelschmerzen festsetzen.

Übertragung

Legionellen werden hauptsächlich durch das Einatmen legionellenhaltiger Wassertröpfchen (Aerosole) übertragen. Mögliche Quellen dieser Aerosole sind Warmwassersysteme in technischen Anlagen. Diese Quellen finden sich beispielsweise in

  • Eigenheimen und Wohnungen
  • Schwimmbädern
  • Duschen und Saunen
  • Krankenhäusern
  • Hotels
  • Schulen
  • Wohnheimen
  • Sportstätten

sowie bei

  • Klimaanlagen
  • Zahnärzten
  • Rasensprengern
  • Kühltürmen und RLT-Anlagen mit Befeuchtung

Eine Ansteckung kann im beruflichen wie auch im privaten Bereich erfolgen. Über das Trinken von kontaminiertem Wasser erfolgt keine Infektion und eine Übertragung von Mensch zu Mensch ist bislang nicht bekannt.

Vorkommen und Verbreitung

Legionellen sind typische Umweltkeime und deshalb weltweit verbreitet. Sie finden sich in Süß- und Salzwasser, Grund- und Oberflächengewässern sowie auch im Boden, Schlamm und Kompost. Die Konzentrationen sind allerdings im Regelfall gering und als natürlicher Bestandteil von Gewässern für den Menschen ungefährlich. Legionellen sind erst durch die vom Menschen eingerichteten künstlichen Warmwasser- und Kühlsysteme zur Gefahr geworden.

Als wachstumsfördernd gelten warme Temperaturen (optimal sind etwa 36 °C), Wasser-Stagnation und ein geeigneter Nährboden. Dies sind zum Beispiel Biofilme, die sich auf Ablagerungen und Sedimenten in Rohrleitungen bilden. Sie enthalten Mikroorganismen, in denen sich Legionellen vermehren können. Solche Voraussetzungen finden sich besonders in Warmwasserleitungssystemen bei Temperaturen zwischen 25 und 45 °C. Ab 50 °C verringert sich das Wachstum und ab über 60 °C sterben die Bakterien in der Regel ab. Besondere Gefahr geht aus von großen Warmwasseranlagen, wie sie zum Beispiel in Hotels, Krankenhäusern und öffentlichen Gebäuden zu finden sind, sowie von älteren und schlecht gewarteten Systemen. Auch bei unzureichender Wasserzirkulation kann sich die Keimzahl stark erhöhen.

Die wichtigsten Änderungen für Verbraucher und Versorger

  • Es gibt erstmalig mit 100 Legionellen pro 100 Milliliter Trinkwasser einen technischen Maßnahmewert.
  • Es ist alle drei Jahre eine Untersuchung nach TrinkWV erforderlich
  • Bei der Trinkwasserinstallation in Gebäuden wird der Einsatz von geeigneten Sicherungseinrichtungen beim Anschluss von Apparaten an die Trinkwasserinstallation oder bei der Verbindung mit Nicht-Trinkwasser-Anlagen gefordert.
  • Die Pflicht zur Veranlassung notwendiger Kontrollen und zur Meldung von Grenzwertüberschreitungen liegt beim Gebäudebetreiber. Von einer automatischen Aufforderung zur Untersuchung durch die zuständige Behörde (Gesundheitsamt) kann nicht ausgegangen werden.
  • Bei Nichtbeachtung der Dokumentationspflicht und bei Nichtdurchführung der notwendigen Untersuchungen droht ein Bußgeld.
  • Sind überwachungspflichtige Anlagen die Quelle für die Verbreitung von Krankheitskeimen, droht die strafrechtliche Verfolgung, wenn die Überwachungspflicht vernachlässigt wurde.

Dies gilt für alle Anlagen mit mehr als 400 Litern Speichervolumen und/oder Leitungen mit mehr als 3 Liter Inhalt.

Legionellenfund - was ist zu tun?

Das Gesundheitsamt kann Inhaber einer Trinkwasserinstallation beim Fund von Legionellen anweisen, eine Gefährdungsanalyse zu veranlassen. Dabei wird überprüft, ob mindestens die allgemein anerkannten Regeln der Technik eingehalten werden. Der Anlagenbetreiber muss Nachweise erbringen, dass er die vorgeschriebenen Untersuchungen eingehalten hat. Das Gesundheitsamt prüft, ob und in welchem Zeitraum Maßnahmen zu ergreifen sind, und ordnet diese gegebenenfalls an.

Eurofins unterstützt Sie

Nach der Trinkwasserverordnung sind mikrobiologische Untersuchungen in Gebäuden durchzuführen, in denen erwärmtes Trinkwasser an die Öffentlichkeit abgegeben wird. Dafür stehen Ihnen die Experten der Eurofins Umwelt GmbH zur Seite. Mit unseren zahlreichen Standorten in allen Teilen Deutschlands sind wir auch in Ihrer Nähe. Wählen Sie rechts oben Ihre Region aus und wir erstellen Ihnen gerne ein individuelles Angebot.

Eurofins Legionellencheck:

  • Persönliche Betreuung
  • Zeitnahe Ergebnisse
  • Geringe Kosten
Weitere Inhalte und Links:

Flyer: Legionellenuntersuchungen

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