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Laboranalysen von Bausubstanzen und Bodenaushub nach LAGA-Richtlinien

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Im Zusammenhang mit dem Abbruch von Gebäuden fällt Bausubstanz als Abfall an. Gebäude können Baumaterialien enthalten, die aus heutiger Sicht zum Teil schadstoffbelastet sind und die Nutzung des Gebäudes einschränken oder es schlimmstenfalls unbenutzbar machen. Beim Abbruch kontaminierter Gebäude gelten besondere Auflagen im Hinblick auf den Arbeitsschutz und den Schutz der Umwelt.

Kreislaufwirtschaftsgesetz und Abfallgesetz mit den in den diversen Ausführungsverordnungen (zum Beispiel LAGA-Richtlinien) festgesetzten Deklarationen regeln den Verbleib bzw. den weiteren Einsatz dieser teils erheblichen Stoffmengen.

Darüber hinaus werden von uns verschiedenste Baumaterialien beprobt und analysiert, um Emittenten von gas- oder staubförmigen Raumluftkontaminanten zu ermitteln. Hierbei geht es hauptsächlich um Bauschadstoffe wie Asbest bzw. künstliche Mineralfasern (KMF) und PCB, aber auch leichtflüchtige Verbindungen wie VOC oder Formaldehyd.

Hexabromcyclododecan (HBCD) in Dämmstoffen
Hexabromcyclododecan (HBCD) ist ein ringförmiges, bromiertes Kohlenwasserstoffmolekül mit der chemischen Formel C12H18Br6. Der Stoff ist bei normalen Temperaturen fest und nur sehr wenig wasserlöslich. Eine seiner Eigenschaften ist technisch besonders wichtig: Der Stoff verzögert die Entzündung von Kunststoffen und verlangsamt die Ausbreitung der Flammen. Deshalb dient Hexabromcyclododecan (HBCD) vorwiegend als Flammschutzmittel für Kunststoffe und ist über lange Zeit und in vielen Polystyrol- bzw. Styroporplatten zur Wärmedämmung eingesetzt worden. HBCD hat allerdings negative Eigenschaften für Umwelt und Gesundheit. Es

  • ist gesundheitsschädlich,
  • persistent in der Umwelt vorhanden,
  • reichert sich in Lebewesen an und
  • verbreitet sich über weite Entfernungen.

Mit der Verordnung 2016/460/EU hat die EU ihn bereits im Frühjahr 2016 in der POP (persistent organic pollutant)-Verordnung gelistet. Danach galten seit Oktober 2016 alle Abfälle, die HBCD über einem Grenzwert von 1000 mg/kg enthalten, als gefährlich und mussten als Sondermüll eingestuft und entsorgt werden. Nach der deutschen Abfallverzeichnisverordnung (AVV), die mit der POP-Verordnung verknüpft ist, werden HBCD-haltige Dämmstoffabfälle „Dämmmaterial, das aus gefährlichen Stoffen besteht oder solche Stoffe enthält“, zugeordnet und waren nachweispflichtig. HBCD-haltige Stoffe durften nach der obigen Gesetzgebung nur in speziellen Verbrennungsanlagen entsorgt werden.

Inzwischen hat der Bund mit einem einjährigen Moratorium einen Aufschub bei der Entsorgung von HBCD-haltigen Dämmplatten gewährt. Die AVV wurde entsprechend um eine bis Ende 2017 befristete Ausnahmeregelung ergänzt. Mit dieser Übergangslösung können gebrauchte Dämmstoffe aus Polystyrol, die das Flammschutzmittel enthalten, so wie gängiger Bauabfall in Übereinstimmung mit dem europäischem Recht wieder als "nicht gefährlicher" Abfall eingestuft und entsorgt werden.

Beim Abbruch von Gebäuden fallen auch weiterhin schadstoffbelastete Styroporplatten und andere Materialien an, die ebenfalls Schadstoffe enthalten können. Jetzt und auch zukünftig testen wir diese Bausubstanzen mit unserer präzisen Laboranalytik sowohl auf HBCD als auch auf andere Schadstoffe.

Verordnung (EU) 2016/460 vom 30. März 2016 zur Änderung der Anhänge IV und V der Verordnung (EG) Nr. 850/2004 über persistente organische Schadstoffe

Umweltbundesamt (UBA): Hintergrundpapier zu Hexabromcyclododecan (HBCD)

Flyer: EOL-Express