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Oberflächengewässer, Fließgewässer & Seenuntersuchung

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Ein Gewässer ist mehr als nur das Wasser in einer Geländevertiefung. Ohne genaue Kenntnis der ökologischen Zusammenhänge sind Maßnahmen im Gewässermanagement oft unwirksam oder sogar kontraproduktiv.

Klassifizierungen bzw. vergleichbare Bewertungen von Gewässern erfolgen zumeist nach anerkannten Richtlinien (LAWA, ATV-DVWK, DIN, AGA, EU-Richtlinien), die das Vorgehen bei der Datenerhebung und den Bewertungsalgorithmus detailliert vorschreiben. Die Wasser- bzw. Gewässerbeschaffenheit wird dabei sowohl auf der Basis verschiedener chemischer Parameter aber auch auf der Grundlage biologischer Untersuchungen bestimmt.

Mit dem Fachwissen und den praktischen Erfahrungen auf den Gebieten der Biologie, Limnologie und Ökologie können wir ein breit gefächertes Leistungsprofil anbieten:

  • Gewässergütekartierung und Saprobienindex
  • Trophische Klassifizierung von Standgewässern
  • Faunistik und Floristik (Zoo- und Phytoplankton, Zoobenthos, Makrophyten)
  • Sanierungs- und Restaurierungskonzepte stehender Gewässer
  • Gewässermodellierung und Stoffbilanzen
  • Untersuchung und Monitoring von Badeseen, Naturbädern und Badeteichen
  • Monitoring und Beschaffenheitsprognosen für Talsperren und Bergbau-Restseen.

Von den Probenahmen über die Analytik bis zur Auswertung verfügen wir im eigenen Hause über alle wesentlichen Voraussetzungen für eine Bearbeitung derartig komplexer Aufgabenstellungen.

Fließgewässer

Der Saprobienindex

Das wesentliche Kriterium, das der Gewässergütebeurteilung von Fließgewässern zugrunde liegt, ist der sogenannte Saprobienindex. Für seine Ermittlung wird der Umstand ausgenutzt, dass fäulnisfähige Abwässer dem Gewässer Sauerstoff entziehen, wodurch sich der Organismenbestand eines Gewässers je nach Höhe der Abwasserbehandlung in charakteristischer Weise ändert. In einem ersten Schritt wird daher die tierische Besiedlung des Gewässergrundes nach Art und Häufigkeit erfasst. Durch Auswertung dieses biologischen Befundes erhält man den Saprobienindex als eine Maßzahl, die Werte zwischen 1 und 4 annehmen kann.
Anhand des Saprobienindex und gegebenenfalls unter Hinzuziehung von Hilfsgrößen (chemische und physikalische Merkmale) erfolgt eine Bewertung eines Gewässerabschnittes durch Einstufung in eine von 7 Gewässergüteklassen.
Der Vorteil des Verfahrens gegenüber chemischen Einzeluntersuchungen liegt darin, dass bei geeigneter Wahl des Untersuchungszeitpunktes eine biologische Untersuchung je Messstelle ausreichend für die Gütebeurteilung eines längeren Wirkzeitraumes ist.

Standgewässer

Gewässerbelastung in Seen und Talsperren

Durch Abwassereinleitungen, intensive landwirtschaftliche Nutzung ihrer Einzugsgebiete und andere negative Einflüsse sind auch die Standgewässer großen Belastungen ausgesetzt. Deren Auswirkungen treffen in vielen Fällen auch die Menschen direkt, weil zahlreiche Standgewässer als Badegewässer genutzt werden und z. B. übermäßiges Algenwachstum die Badewasserqualität mindert.

Generell zeigen stehende Gewässer eine hohe Sensibilität auch gegenüber geringsten Schadstoffeinträgen aller Art. Der Grund ist eine große Verweilzeit, ein typisches Schichtungsverhalten und Akkumulationsmöglichkeiten im Gewässersediment. Stehende Gewässer besitzen ein effektives Rückhaltevermögen für fast alle Stoffe.

Eutrophierung

Das zentrale Problem der vergangenen Jahrzehnte war und ist die Eutrophierung. Folgerichtig liegen die Schwerpunkte aller Bemühungen bei Maßnahmen, die auf eine Verminderung der Nährstoffeinträge abzielen.

Die trophische Klassifizierung erfolgt anhand der trophiebestimmenden Parameter Chlorophyll, Sichttiefe und Phosphatgehalt. Generell erfolgt die Bewertung über einen Vergleich des derzeitigen Ist-Zustandes mit einem unbelasteten, naturnahen Zustand (potenziell natürlichen Zustand). Da alle Trophiegrade natürlicherweise vorkommen, kann dabei das Trophiesystem selbst nicht als Bewertungssystem herangezogen werden. Maßstab der Bewertung ist daher ausschließlich der Abstand zwischen dem trophischen Ist-Zustand und dem gewässerspezifisch (unter Berücksichtigung des Einzugsgebietes und der Gewässermorphologie) zu definierenden potenziell natürlichen trophischen Zustand.

Sanierungs- und Restaurierungskonzepte

Im Rahmen des Managements stehender Gewässer sind grundsätzlich zwei methodische Ansätze zu unterscheiden, die als Sanierung und Restaurierung von Seen bezeichnet werden können. Unter dem Begriff Sanierung werden alle Konzepte zusammengefasst, die über eine Reduzierung der Stoffeinträge am Entstehungsort das Ziel der Eutrophierungsminderung verfolgen. Demgegenüber werden interne Maßnahmen, wie Tiefenwasserbehandlung, Entschlammung oder Biomanipulation, welche die Folgen der Eutrophierung im Wasserkörper begrenzen oder vermindern sollen, als Restaurierung bezeichnet.