Bestrahlungsnachweis
Bestrahlte Lebensmittel müssen als solche gemäß der Richtlinie 1999/3/EG in allen EU-Mitgliedsstaaten gekennzeichnet werden, um dem Verbraucher eine sachkundige Entscheidung zu ermöglichen. Daher ist der Bedarf an Möglichkeiten zum Nachweis von Bestrahlung stark gestiegen.
Bestrahlung bzw. die Behandlung mit ionisierender Strahlung von Lebensmitteln und Nahrungsergänzungsmitteln werden zur Haltbarmachung in über 40 Ländern für eine Vielzahl von Produkten angewendet. Das Verfahren eignet sich für verschiedene Zwecke und Matrices:
- Verhinderung der Keimung und Sprossung bei Kartoffeln, Zwiebeln und Knoblauch
- Abtöten oder Sterilisieren von Insekten in Getreide, Trockenfrüchten, Nüssen oder Gemüse
- Verzögerung des Reifungs- und Alterungsprozesses bei Früchten und Gemüse
- Verlängerung des Haltbarkeitsdatums durch Abtöten von Mikroorganismen in Fleisch und Fisch
- Abtöten von Mikroorganismen in Kräutern und Gewürzen
Weltweit werden ca. 200.000 Tonnen Lebensmittel jährlich bestrahlt, die meisten davon sind Gewürze und Kräuter. Lebensmittelbestrahlung wird immer häufiger eingesetzt und eine Studie in England zeigte, dass 42% aller diätetischen Zusatzstoffe bestrahlt worden sind.
Unser Dienstleistungsangebot:
Der Bestrahlungsnachweis wird in Lebensmitteln, Zusatzstoffen und diätetischen Ergänzungsmitteln mit den folgenden Europäischen Normmethoden durchgeführt:
- Elektronenspinresonanz (ESR, EN 13708)
- Photonenstimulierte Lumineszenz (PSL, EN 13751)
- Thermolumineszenz (TL, CEN 1788),
- Analyse auf Kohlenwasserstoffe (EN 1784) und Alkylcyclobutanone (EN 1785), die bei der Bestrahlung von fettreichen Produkten entstehen.
Photonenstimulierte Lumineszenz (PSL), Elektronenspinresonanz (ESR) und Thermolumineszenz (TL) sind die meistbenutzten Methoden zur Analyse von Gewürzen, Kräutern, Trockenfrüchten und Nüssen. ESR Analytik weist paramagnetische Zentren wie Radikale nach, die in trockenen und festen Bestandteilen von Lebensmitteln wie z.B. Knochen(pulver), Samen, Kernen und Schalen nach Bestrahlung auftreten. Insgesamt ist damit nicht nur die Analyse von getrockneten, sondern auch frischen Lebensmitteln wie Fleisch, Fisch, Frischgemüse und Früchten möglich.
Auch Verpackungsmaterial lässt sich meist auf Bestrahlung untersuchen. Photonenstimulierte Lumineszenz (PSL) ist eine schnelle und meist verlässliche Screeningmethode, während für die TL-Analytik Silikate erst aus dem Lebensmittel isoliert werden müssen. Außerdem muss die Probe danach erneut nach Bestrahlung mit einer definierten Dosis gemessen werden. Auch wenn die Thermolumineszenz (TL) deutlich aufwendiger als die Photonenstimulierte Lumineszenz (PSL) ist, wird die Thermolumineszenz (TL) üblicherweise bei den Überwachungsbehörden als Methode der Wahl eingesetzt.
Eurofins beschäftigt in diesem Bereich ein Team von international anerkannten und führenden Wissenschaftlern die in nationalen und internationalen Gremien zur Standardisierung von Methoden und in wissenschaftlichen Beiräten mitwirken. Diese Wissenschaftler haben auch die Zulassung als Gegenprobensachverständige nach §43 LFGB.
Die in unserem Labor durchgeführten Methoden sind nach ISO 17025 akkreditiert und bieten damit den höchsten Qualitätsstandard. Unser Team nimmt regelmäßig erfolgreich an den angebotenen Ringversuchen in diesem Bereich teil.
