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Erster Schnitt: hoher Energiegehalt und sehr hohe Verdaulichkeit.

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1. Schnitt 2017 mit spitzenmäßigem Futterwert

 

Erster Schnitt: hoher Energiegehalt und sehr hohe Verdaulichkeit

Die diesjährigen ersten Schnitte können als wahre Energiebomben bezeichnet werden. Mit einer durchschnittlichen Verdaulichkeit der organischen Substanz (VCOS) von 77,9% und einem entsprechend hohen Energiegehalt von 6,6 MJ NEL steht den Landwirten dieses Jahr ein hochverdauliches und energiereiches Futter zur Verfügung.

Die trockene Witterung rund um das Einsilieren hat dafür gesorgt, dass der erste Schnitt in der Regel ohne große Komplikationen eingefahren werden konnte und nasse Silagen eher eine Ausnahme sind. Der durchschnittliche TS-Gehalt liegt bei 37,6%. Sonniges Wetter und günstige Bedingungen für eine zügige und verlustfreie Konservierung sorgen für relativ hohe Restzuckergehalte. In Kombination mit einem vernünftigen Gärsäuremuster führt dies zu idealen Voraussetzungen für schmackhaftes Futter und somit hohe Futteraufnahmen (Tabelle 1).

Tabelle 1: Mittelwerte 1. Schnitt 2017

Niedrige Zellwandanteile und hohe Zellwandverdaulichkeit

Natürlich dürfen bei der Beurteilung von Futteraufnahme und Passagerate die Zellwände nicht außer Acht gelassen werden. Mit einem NDF-Gehalt von 449 g und einem Ligningehalt von 20 g je kg Trockensubstanz werden absolute Bodenwerte erreicht, die niedrigsten in den letzten zehn Jahren (Tabelle 2). Die Zellwandverdaulichkeit ist mit 73% sensationell hoch (Abb. 1). Beste Bedingungen für viel Milch aus dem Grundfutter 

 

Tabelle 2: Zellwände der 1. Schnitte 2005-2017

 

Aufgepasst: zu schnelle Silagen häufig nicht ideal

Allerdings besteht bei hochverdaulichen Silagen immer die Gefahr, dass diese für die Kühe zu schnell sind und Pansenazidosen auftreten können. Auf dem Papier mag eine Grassilage von 7,0 MJ NEL perfekt aussehen, in der Praxis enttäuschen solche Silagen nur allzu häufig. Der Pansencharakter von Eurofins Agro informiert Sie rechtzeitig über das spezifische Abbauverhalten ihrer Grassilage auf Pansenniveau. Eine Silage, die sich in Hinblick auf den Eiweiß- und Zellwandabbau nicht im Optimum befindet, wird bei den Kühen höchstwahrscheinlich keine Spitzenleistungen ermöglichen. Dies gelingt nur, wenn über die Gesamtration gegengesteuert wird. Bei den diesjährigen Silagen ist die Eiweiß-Abbaurate (kd Rp) mit 6,4% pro Stunde sehr hoch und liegt damit außerhalb des optimalen Bereichs. Auch die kd NDF bestätigt mit 5,1 % NDF-Abbau pro Stunde einen sehr schnellen Zellwandabbau. Wird die Ration entsprechend mit extra Struktur und beständigen Eiweißkomponenten ergänzt, können sehr gute Ergebnisse erzielt werden. Letztendlich muss jedoch für jeden Betrieb und jeden Schnitt eine neue Beurteilung erfolgen und ist eine Allgemeinaussage fehl am Platz. 

 

                                               Abb. 1: NDF (g/kg TS) und NDF-VC (%) der ersten Schnitte 2005-2017

Erneut niedrige Proteingehalte

Mit 163 g Rohprotein gesamt werden zwar leicht höhere Werte als in 2016 und 2015 erreicht, trotzdem bleiben die Werte auf einem sehr niedrigen Niveau. Einziges Trostpflaster: auf Grund des schnellen Proteinabbaus (siehe Tabelle) steht dem Pansen ausreichend schnelles Protein zur Verfügung. Auch hierzu erhalten Sie mit dem Pansencharakter eine klare Aussage.

Fazit

Die Untersuchungsergebnisse der ersten Schnitte 2017 zeigen Silagen mit Spitzenqualität. Den Landwirten steht ein hoch verdauliches und energiereiches Grundfutter zur Verfügung. Allerdings besteht die Gefahr von zu schnellen Silagen und somit möglichen Azidosen. Erneut befinden sich die Rohproteingehalte auf einem sehr niedrigen Niveau.