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Fipronil: Status quo und Konsequenzen für die Risikominimierung

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Seit Ende Juli hat das Thema Fipronil in Eiern eine hohe mediale Aufmerksamkeit erlangt. Die unerlaubte Anwendung des Breitspektrum-Insektizids in einem Mittel zur Stallreinigung führte zeitweise zu leeren Eierregalen in Supermärkten. Zahlreiche europäische und außereuropäische Länder sind betroffen.

Hohe Analysenkapazitäten bei Eurofins - auch für Fipronil-Eil-Analysen

Eurofins hat innerhalb kürzester Zeit auf den erhöhten Analysenbedarf seiner Kunden reagiert und die  Untersuchungskapazitäten für Fipronil und Metabolite an mehreren Standorten signifikant erweitert. Zudem wurden  hohe Kapazitäten für Eil-Analysen innerhalb von  zwei Tagen oder weniger bereitgestellt. Eingesetzt wird mit der LC-MS/MS eine Methode, die auch in fetthaltigen Matrizes wie Eiern, Eiprodukten oder Fleisch mit einer Bestimmungsgrenze von 0,003 mg/kg eine hohe Empfindlichkeit bietet.

Seit dem Beginn der Krise hat Eurofins mehrere tausend Eier, Eiprodukte sowie verarbeitete Lebensmittel auf Fipronil und seine Metaboliten untersucht. Bei zahlreichen Proben wurden positive Befunde festgestellt.

Amitraz und andere erweiterte Pestizidumfänge

Neben der Untersuchung auf Fipronil umfasst das Eurofins-Portfolio auch die Analyse von Amitraz in Eiern, Eiprodukten und verarbeiteten Lebensmitteln. Die Anfrage nach Amitraz-Analysen ist angestiegen, nachdem Mitte August in den Medien berichtet worden war, dass in den Desinfektionsmitteln neben Fipronil auch Spuren von Amitraz gefunden wurden.

Auch die Analyse anderer erweiterter Pestizidumfänge in Eiern und Eiprodukten ist selbstverständlich möglich.

Konsequenzen für die Risikominimierung  – ein Ausblick

Fipronil ist eine von vielen (bis zu 500) Substanzen, die seit langem in Eurofins‘ Standard-Multirückstandsanalysen untersucht werden. Da Fipronil für einzelne Gemüsesorten wie Kartoffeln, Zwiebeln, Lauch und Kohl in einigen EU-Ländern noch legal Anwendung findet, wird es oft routinemäßig in diesen Produkten untersucht. Im Rahmen von Monitoringprogrammen, in denen sich Hersteller, Verabeiter und Händler an den wahrscheinlichsten Risiken orientieren, wurde die Analyse von Fipronil in Eiern und Eiprodukten in der Regel jedoch nicht beauftragt.

Non-Target-Methoden würden den Umfang der getesteten Substanzen erweitern, sind jedoch in ihrer Empfindlichkeit und Verlässlichkeit limitiert und können auch nur für definierte Substanzgruppen angewendet werden.

Aufgrund der vorliegenden Befunde von Fipronil in Eiern und Eiprodukten wird die Untersuchung von Pestiziden in tierischen Lebensmitteln im Rahmen von Risikomonitoringprogrammen an Priorität gewinnen. Grundsätzlich gibt es neben Fipronil eine Reihe weiterer Pestizide - Insektizide und Akarizide -, die für Anwendungen wie Milbenbekämpfung in der Stallreinigung in Frage kommen und langfristig sinnvoll in bestehende Monitoringprogramme ergänzt werden müssen.

Für weitere Informationen und Beratung zur Untersuchung von Rückständen und Kontaminanten in Eiern und Eiprodukten kontaktieren Sie Ihren Kundenbetreuer oder unsere Expertin Marion Mandix.