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Aktueller Zustand der deutschen Gewässer

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Die EU-Wasserrahmenrichtlinie fordert für alle Gewässer einen „guten Zustand“. Dieser muss in Deutschland bis spätestens zum Jahr 2027 erreicht werden. In den kommenden Jahren stellen sich für die Wasserwirtschaft bedeutende Herausforderungen wie die Nährstoff- und Pestizideinträge der Landwirtschaft zu senken, Verunreinigungen wie Pestizide, Quecksilber, polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK), Perfluorierte Chemikalien (PFC) und Mikroschadstoffe wie Arzneimittel und Hormone zu reduzieren, Plastikeinträge in Binnen- und Meeresgewässer zu vermeiden oder die Gewässer an den Klimawandel anzupassen.

In Deutschland wurden in den letzten sechs Jahren an fast 20.000 Messstellen Untersuchungen in den Oberflächengewässern und im Grundwasser durchgeführt. 8,2 % der Oberflächenwasserkörper befinden sich in einem „sehr guten“ oder „guten ökologischen Zustand“. 36,1 % befinden sich in einem „mäßigen“, 33,8 % in einem „unbefriedigenden“, und nur noch 19,2 % in einem „schlechten ökologischen Zustand“. Im Vergleich zu den Ergebnissen aus dem Jahr 2009 hat sich der ökologische Zustand verbessert. Viele Wasserkörper mit der Bewertung „mäßig“ waren zuvor als „unbefriedigend“ und „schlecht“ eingestuft worden. Der chemische Zustand wird in ganz Deutschland als „nicht gut“ eingestuft. Grund hierfür sind die flächendeckend auftretenden (ubiquitären) Schadstoffe. Ohne die Bewertung der ubiquitären Stoffe sind 84 % der Oberflächengewässer in einem „guten“ und 6 % in einem „nicht guten chemischen Zustand“.

Von den knapp 1180 bewerteten Grundwasserkörpern in Deutschland erreichen 95,7 % einen „guten mengenmäßigen Zustand“. 63,7 % der Grundwasserkörper erreichen einen „guten chemischen Zustand“, 36 % sind in einem „schlechten Zustand“. Von den als „schlecht“ eingestuften Grundwasserkörpern verfehlen knapp 74 % die Bewirtschaftungsziele wegen zu hoher Nitratkonzentrationen. Diese Ergebnisse entsprechen etwa den Ergebnissen aus 2009. Hauptursache dafür, dass es bislang zu keiner deutlichen Verbesserung des Zustands gekommen ist, sind einerseits die geringe Erneuerungsrate des Grundwassers und andererseits zu hohe Nährstoffeinträge durch die Landwirtschaft.

Oberflächengewässer, Fließgewässer, Seenuntersuchung