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Kühlwasseruntersuchung verbindlich, Erstuntersuchung spätestens im September

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Nach der Veröffentlichung im Bundesgesetzblatt trat am 19. August 2017 die 42. BImSchV (Verordnung über Verdunstungskühlanlagen, Kühltürme und Nassabscheider) in Kraft. Sie orientiert sich an der Richtlinie VDI 2047, Blatt 2, die nun verpflichtend ist. Kernpunkt ist die Kühlwasseruntersuchung zum Schutz vor Legionellen einhergehend mit der Verpflichtung zur Sicherstellung des hygienegerechten Betriebs. Verdunstungskühlanlagen waren in der Vergangenheit durch legionellenhaltige Aerosole als ein Risiko für Legionellenerkrankungen identifiziert worden, in einigen Fällen wie in Warstein mit teils tödlichem Verlauf.

Wesentliche Inhalte der neuen Verordnung:

  • Anzeigepflicht für neue und bestehende Anlagen
  • Betriebsinterne Prüfungen auf chemische, physikalische oder mikrobiologische Werte alle zwei Wochen
  • Bestimmung von allgemeiner Koloniezahl und Legionellen im Nutzwasser alle drei Monate durch akkreditierte Labore. Wenn die Prüfwerte in der Verordnung in zwei aufeinanderfolgenden Jahren nicht überschritten werden, kann der Untersuchungszeitraum auf sechs Monate ausgedehnt werden
  • Dokumentation aller wichtigen Betriebsdaten im Betriebstagebuch
  • Anlagenbetreiber, die noch keine regelmäßige Laboruntersuchung des Nutzwassers vorgenommen haben, müssen dies bis zum 16. September 2017 durchführen.
  • Vor einer Inbetrieb- oder Wiederinbetriebnahme muss eine fachkundige Person eine Gefährdungsbeurteilung vorgenommen haben, vier Wochen später erfolgt die erste regelmäßige Untersuchung
  • Nach Inbetriebnahme alle fünf Jahre Überprüfung der Anlage durch einen öffentlich bestellten und vereidigten Sachverständigen
  • Bei Überschreitung der Prüfwerte für Legionellen muss sofort eine zusätzliche Laboruntersuchung durchgeführt werden. Sind die Werte auch dann noch erhöht, müssen wöchentliche interne Prüfungen und monatliche Laboruntersuchungen erfolgen. Je nach Höhe der Überschreitung der Werte werden weiter Maßnahmen wie die Ermittlung der Legionellenarten und die Meldung bei den Behörden verpflichtend.
  • Bei Überschreitung der Maßnahmenwerte müssen die zuständigen Behörden innerhalb von vier Wochen informiert werden.

Unsere Dienstleistungen für Sie als Kühlanlagenbetreiber gehen weit über die bloße Bearbeitung der 42. BImSchV hinaus. Wir unterstützen Sie selbstverständlich auch bei der Interpretation Ihrer Ergebnisse. Wenn Sie zur Nutzwasseraufbereitung, zur Prozesssteuerung oder zur Abgabe von Abschlämmwasser analytische Dienstleistungen benötigen, sprechen Sie uns an. Beispielhaft sei auf

  • Korrosionsverhalten des Kühlwassers nach DIN 28404-C10 sowie DIN 12502
  • Wirksamkeit des eingesetzten Biozids (Zehrung, biologischer Abbau)
  • Untersuchungen nach Abwasserverordnung Anh. 31 oder Einleitkontrollen

verwiesen.

Verordnung über Verdunstungskühlanlagen, Kühltürme und Nassabscheider – 42. BImSchV

Empfehlung des Umweltbundesamtes zur Probenahme und zum Nachweis von Legionellen in Verdunstungskühlanlagen, Kühltürmen und Nassabscheidern