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Lebensmittel >> Food Testing News >> DFA und TFA in Lebensmitteln

Untersuchung von Lebensmitteln auf Di- und Trifluoressigsäure (DFA und TFA)

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Die Relevanz von Lebensmittelanalysen auf kurzkettige PFAS (DFA und TFA)

April 2026. Die sogenannten "Ewigkeitschemikalien" Difluoressigsäure (DFA) und Trifluoressigsäure (TFA) gehören zu einer Gruppe äußerst stabiler Substanzen, die in der Umwelt und in Organismen kaum abgebaut werden. Durch ihre spezielle Struktur als kleine, fluorhaltige organische Säuren weisen DFA und TFA besondere Eigenschaften auf, darunter einen ubiquitären Charakter. Sie kommen also so gut wie überall in der Umwelt vor – insbesondere in Wasser[1]. Der folgende Artikel beleuchtet die Bedeutung von Untersuchungen auf DFA und TFA in Lebensmitteln.

Vorkommen in der Umwelt und Nahrungskette

DFA gelangt vor allem als Metabolit verschiedener Pestizide (z. B. Flupyradifuron) in die Nahrungskette und in die Umwelt. Die betreffenden Pestizide enthalten bereits das maßgebliche Strukturelement der DFA und können daher leicht diesen Metaboliten bilden[2].

Flupyradifuron wird z.B. im Hopfen recht häufig angewandt und dementsprechend finden sich in konventionell angebautem Hopfen auch häufig Befunde von DFA.

Die Eintragspfade von TFA in die Nahrungskette und in die Umwelt sind deutlich vielfältiger: TFA kann als Abbauprodukt von fluorhaltigen Kühlmitteln, Pestiziden (z. B. Diflufenican, Flonicamid), Textilien, Lebensmittelverpackungen und vielem mehr entstehen[3].

DFA und TFA – die "Ewigkeitschemikalien"

DFA und TFA sind äußerst stabile Stoffe, die in der Umwelt und von Organismen kaum abgebaut werden. Daher werden sie auch als „Ewigkeitschemikalien“ bezeichnet. Die Stabilität ergibt sich aus der Struktur der Substanzen. Die Kohlenstoff-Fluor-Bindung ist eine der stärksten im Bereich der organischen Chemie. Das bedeutet: Es braucht sehr viel Energie, um diese Verbindung zu trennen. Ein Abbau in der Umwelt findet daher kaum statt[7].

TFA-Funde in Lebensmitteln

Während das Vorkommen von DFA in Lebensmitteln öffentlich kaum diskutiert wird, ist die TFA in letzter Zeit stärker in den Fokus geraten. In einer Studie der österreichischen Organisation Global2000[4] wurden beispielsweise 48 Getreideprodukte (darunter Brot, Nudeln, Frühstücksflocken, Cornflakes und Mehl – zur Hälfte aus biologischer und aus konventioneller Landwirtschaft) auf ihre Belastung mit TFA untersucht.  Alle 48 untersuchten Getreideerzeugnisse enthielten TFA. Die gemessenen Konzentrationen reichten von 0,013 mg/kg (Roggen aus biologischem Anbau) bis 0,42 mg/kg (Butterkekse, konventionell).

Erkenntnisse aktueller Studien

Eine Studie des Pestizid Aktions-Netzwerk e.V.[5] kommt zu sehr ähnlichen Ergebnissen. Auch im Wein wurde TFA untersucht[6]. Interessant ist hier, dass die gefundenen Gehalte in aktuellen Jahrgängen deutlich höher waren als in älteren.

Alle zitierten Studien gehen davon aus, dass die in Lebensmitteln gefundenen TFA-Gehalte vor allem auf den Einsatz von Pestiziden zurückzuführen sind, da die Gehalte in Umweltproben üblicherweise deutlich geringer sind.

Risikobewertung und festgelegte Höchstmengen

Toxikologisch wurde TFA lange Zeit als weitgehend harmlos angesehen, insbesondere von PFAS-Herstellern. Eine 2021 von Pestizidherstellenden im Rahmen der REACH-Chemikalienverordnung in Auftrag gegebene Studie zu TFA ergab jedoch schwere Missbildungen bei Kaninchenföten. Seitdem steht TFA im Verdacht, ein Risiko für die menschliche Fortpflanzungsgesundheit darzustellen. Auf Initiative Deutschlands prüft die Europäische Chemikalienbehörde ECHA derzeit die Einstufung als reproduktionstoxisch für TFA[8].

Die Rückstandhöchstmengen für DFA wurden bereits im Jahr 2024 festgelegt. Für viele Lebensmittel liegen sie im Bereich zwischen 0,05 – 1,0 mg/kg, für Hopfen z.B. 0,3 mg/kg. Für TFA allerdings wurden bisher keine Rückstandhöchstmengen festgelegt[9].

Sprechen Sie mit unseren Expert:innen!

Die Eurofins Labore für Lebens- und Futtermittelanalytik in Deutschland verfügen über langjährige Erfahrung im Bereich Pestizide und Kontaminanten und stellen Ihnen Expert:innen zur Verfügung, die Sie kompetent und sachkundig bei der Analyse von DFA und TFA in Lebensmitteln unterstützen. Sprechen Sie mit Ihrer persönlichen Kundenbetreuung oder wenden Sie sich gerne an uns.

Quellen

[1] Chemosphere: The fate and persistence of trifluoroacetic and chloroacetic acids in pond waters
[2] cvua Stuttgart: Analysis of TFA, DFA and MFA in Fruit and Vegetables
[3] Magazin des Umweltbundesamtes 1/2019 für Mensch und Umwelt 1/2020: PFAS, gekommen, um zu bleiben
[4] GLOBAL 2000: TFA-Belastung: Ewigkeit-Chemikalie in unserem täglich Brot
[5] Pestizid Aktions-Netzwerk e.V.; Untersuchung deckt auf: Europaweit Getreideprodukte mit Ewigkeitschemikalie TFA belastet
[6] Pestizid Aktions-Netzwerk e.V.: Studie zeigt alarmierenden Anstieg der Chemikalie TFA in europäischem Wein
[7] MDPI | environments | Trifluoroacetic Acid: A Narrative Review on Physico-Chemical Properties, Exposure Pathways, and Toxicological Concerns
[8] 4aqua: Trifluoracetat – neue Studie zeigt schwere Missbildung bei Kaninchen – Einstufung als reproduktionstoxisch Kategorie 1B absehbar
[9] Verordnung (EU) 2024/2640 hinsichtlich der Höchstgehalte an Rückständen von 1,4-Dimethylnaphthalin, Difluoressigsäure (DFA), Fluopyram und Flupyradifuron in oder auf bestimmten Erzeugnissen