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Neue Veröffentlichung zum DNA-Fingerprinting als Methode zur Vorbeugung von Lebensmittelbetrug beim Reis

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Unterscheidung kommerzieller Reissorten und Überprüfung ihres genetischen Hintergrundes durch DNA-Marker

August 2025. Eurofins Dr. Specht Express Testing & Inspection, ihre Kollegen von Eurofins Genomics und die Bangor University in Wales haben ihre aktuellen Ergebnisse zur DNA-Fingerprinting-Analyse kommerzieller Reissorten in der offiziellen wissenschaftlichen Zeitschrift „Food Control“ der Europäischen Föderation und der Internationalen Union für Lebensmittelwissenschaft und -technologie (EFFoST und IUFoST) veröffentlicht.

Die Autoren der Studie zeigen, dass die in den Routinetests der Eurofins Labore in Deutschland etablierten DNA-Marker zur Echtheitsprüfung von Basmati- und Jasminreis auch dazu genutzt werden können, andere weltweit wirtschaftlich relevante Reissorten zu unterscheiden, ihren genetischen Hintergrund aufzuklären und die Authentizität von Referenzmaterialien zu belegen.

Entwicklung der DNA-Fingerprinting-Methode

Seit der Veröffentlichung des ersten „Code of Practice for Basmati Rice“ durch die Rice Association im Jahr 2005 bieten die Eurofins Labore in Deutschland Authentizitätsprüfungen von Reisspezialitäten mittels DNA-Fingerprinting an. Diese Analysemethode wurde ursprünglich in Großbritannien im Auftrag der Food Standards Agency unter wesentlicher Beteiligung von Dr. Katherine Steele von der Bangor University für die Echtheitsprüfung von Basmatireis entwickelt. Die Eurofins Labore in Deutschland haben die Methode für Routinetests anderer Reisspezialitäten, insbesondere Jasminreis, weiterentwickelt.

Highlights der neuen Veröffentlichung

Die Highlights der neuen Veröffentlichung zur DNA-Fingerprinting-Analyse zeigen die DNA-Fingerabdrücke von 158 kommerziellen Reissorten aus 14 Ländern auf vier Kontinenten. Die Analyse dieser Fingerabdrücke mit Methoden der modernen Bioinformatik wie dem UPGMA-Algorithmus und der Principal Coordinate Analysis(PCoA) ergab genetische Cluster, anhand derer sich die Sorten nach ihrem Herkunftsland, ihrem Züchtungshintergrund und ihrer Abstammung von traditionell angebauten Landsorten unterscheiden lassen. Basmatireis-Sorten konnten so in sechs kommerziell relevante Familien eingeteilt werden: Basmati 370, Taraori/Kernel, Super Basmati, Pusa Basmati (PB) 1, PB1121 und PB1509.

Die Autoren der Studie zeigen zudem, dass sechs von Indien und Pakistan als Basmati notifizierte Sorten sowie eine Sorte, die im Freihandelsabkommen zwischen der EU und Vietnam als von Einfuhrzöllen befreiter Duftreis aufgeführt ist (OM5451), nicht duftend und nicht mit Basmati- bzw. Jasminreis-Sorten verwandt sind. Die DNA-Fingerprinting-Methode kann außerdem auf die Echtheitsprüfung anderer Reissorten ausgeweitet werden, darunter Sushi-, Risotto- und Paella-Reis. Sie hat das Potenzial, gesetzliche und Wirtschaftsstandards sowie in Freihandelsabkommen festgelegte Konditionen durchzusetzen.

Hier können Sie die vollständige Publikation kostenlos einsehen und herunterladen: Nader et al. (2025). DNA markers for Basmati authentication have the power to distinguish among other global economically relevant rice varieties and to evaluate their genetic background

Weitere Einzelheiten zu der Fingerprinting-Methode wurden von Nader et al. in den Jahren 2013, 2014, 2016, 2019 und 2020 veröffentlicht.

DNA-Fingerprinting als Instrument zur Vorbeugung von Lebensmittelbetrug

Gemäß einer Pressemitteilung der UK Rice Association gelten in Großbritannien strenge Qualitäts- und Echtheitsanforderungen, die im „Code of Practice for Basmati Rice“ definiert sind. Die Definition von Sorten als „authentisch“ stellt sicher, dass britische Verbraucher ein echtes Produkt erwerben, wenn sie sich dazu entscheiden, einen Premiumpreis für Basmati zu zahlen. In dem Pressebericht ging es um vier Personen, die im Vereinigten Königreich verhaftet wurden, weil sie gefälschte Verpackungen einer Premium-Basmati-Marke verwendet hatten, um große Mengen von verfälschtem Reis zu verkaufen.

Echtheitsstandards müssen überprüfbar sein und dafür werden moderne Analysemethoden benötigt. Entsprechend weist die Pressemitteilung der UK Rice Association auf die aktuelle Veröffentlichung der Eurofins Labore in Deutschland und der Bangor University hin, welche das DNA-Fingerprinting als Methode zur Echtheitsprüfung beschreibt.

Wir unterstützen Sie!

Die Eurofins Labore in Deutschland bieten Ihnen neben Prüfungen der Echtheit von Reissorten ein breites Spektrum an Laboranalysen zur Untersuchung auf Kontaminanten, Pestizide und gentechnische Veränderungen an. Wir unterstützen Sie mit Inspektionen und Analysen sowie mit Verladekontrollen vor der Verschiffung in wichtigen Herkunftsländern wie Pakistan, Indien, Thailand, Kambodscha, Vietnam, Myanmar, Uruguay, Paraguay, Argentinien und Brasilien. Außerdem führen wir Audits der Reismühlen zur Überprüfung der Einhaltung von Lebensmittelsicherheits-Managementsystemen durch.

Wenn Sie Fragen zu dem Thema haben, kontaktieren Sie gerne Ihre:n persönliche:n Ansprechpartner:in oder wenden Sie sich direkt an unsere Experten Dr. Werner Nader oder Dr. Torsten Brendel.

Quellen und weiterführende Literatur