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Neu veröffentlicht: DNA-Fingerprinting-Verfahren zur Authentizitätsprüfung von Basmati-Reis

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Von Eurofins entwickelte Methode nun erhältlich

Dez. 2019. Wie im Juli angekündigt, hat Eurofins eine neue DNA-Fingerprinting-Methode für die Echtheitsprüfung aller 41 Basmati-Reissorten im überarbeiteten UK Code of Practice on Basmati Rice von 2017 (Rice Association, British Retail Consortium und die British Rice Millers Association) entwickelt. Der Code of Practice (CoP) ist der weltweit fortschrittlichste Standard für die Authentizität von Basmati. Der neue Test wurde entwickelt, um die Anwendung und Durchsetzung des Kodex zu ermöglichen. Die Methode wurde nun in der Zeitschrift Agro FOOD Industry Hi Tech veröffentlicht, nachdem die Publikation von externen Experten begutachtet und freigegeben wurde (Peer-Review). Die Veröffentlichung beschreibt nicht nur die neue Testmethode, sondern gibt auch weitere Einblicke in die Herkunft von Basmati-Reis und in die Züchtung der verbesserten Sorten

 Publikation in Agro FOOD Industry Hi Tech Nov 2019 -  The DNA fingerprint in food forensics: the Basmati rice case

"The DNA fingerprint in food forensics: the Basmati rice case"*
Die neue Methode wurde in der Agri FOOD Industry Hi Tech, Ausgabe Nov./Dez. 2019 veröffentlicht. Sie können die Publikation gegen Registrierung kostenfrei bei Teknoscienze publisher & Event Organizer herunterladen.

*Autoren: Werner Nader - Eurofins Global Control GmbH; Jennifer Elsner, Torsten Brendel, Rainer Schubbert - Eurofins Genomics Europe Applied Genomics GmbH

Die Abstammung und Züchtung von Basmati-Reis

Aus den während der Studie gewonnenen Daten der genetischen Fingerabdrücke wurde  ein  phylogenetischer Stammbaum über einen speziellen Algorithmus errechnet und es ergaben sich bisher unbekannte Beziehungen zwischen Basmati-Sorten. Danach kann Basmati-Reis in acht Gruppen eingeteilt werden, von denen vier von kommerzieller Bedeutung sind und nach ihren wichtigsten Sorten benannt wurden: Basmati 370, Taraori, Super und Pusa Basmati. Zu jeder dieser Gruppen gehören vier bis fünf verschiedene Sorten, die eng miteinander verwandt sind.

Die Zukunft von Basmati-Reis

Die Basmatisorten der zweiten und dritten Generation sind hauptsächlich mit dem Ziel der Ertragssteigerung gezüchtet worden, was häufig zu Lasten der Toleranz gegen Pflanzenkrankheiten und Schädlingen ging. Diese müssen wiederum mit Pestiziden in Schach gehalten werden. Auf der anderen Seite wird international angestrebt, den Pestizideinsatz in der Landwirtschaft zu reduzieren, was sich in immer niedrigeren gesetzlichen Rückstandshöchstgrenzen bemerkbar macht. Die Züchtung konzentriert sich deshalb zunehmend auf die Entwicklung neuer schädlingsresistenter Sorten, welche immer schneller auf den Markt kommen. Infolgedessen ist der CoP in seiner aktuellen Version bereits überholt. So ist zum Beispiel Pusa Basmati 1718 eine neue Züchtung mit Resistenz  gegen die bakterielle Blattfäule, wurde in Indien als Basmati zugelassen und wird dort kommerziell angebaut, ist aber nicht im kürzlich noch überarbeiteten CoP aufgeführt.

Basmati Authentizitätsdefinition über Familien anstelle von Sorten

Die Echtheit von Basmati könnte flexibler über Familien- oder Gruppenzugehörigkeiten statt Sorten definiert werden. Zum Beispiel sind Arborio, Carnaroli und Baldo in Italien die bekanntesten Risottoreise. Zu jeder dieser Reisfamilien gehören nach italienischem Recht verschiedene Sorten, und jedes Jahr werden neue verbesserte Varietäten in die Liste aufgenommen. Ebenso könnte echter Basmati über die Gruppen definiert werden, die in der Eurofins Studie aufgrund der phylogenetischen Verwandtschaftsbeziehungen zwischen den Basmatisorten herausgearbeitet wurden.

Kontrolle der Lebensmittelintegrität (Qualität, Sicherheit, Echtheit, Produktschutz) von Reis – das gesamte Spektrum

Authentizität ist nur eine von mehreren Herausforderungen, vor denen die globale Reisindustrie und der Reishandel stehen. Eurofins Germany stellt dem internationalen Handel ein Bündel von Kontrollmaßnahmen zur Verfügung, um diese Risiken zu minimieren, darunter Kontrollen in den Ursprungsländern vor und während der Verladung, Lieferantenaudits, den gesamten Umfang chemischer, physikalischer und mikrobiologischer Tests und – last but not least – DNA-Fingerabdrücke für Echtheitsprüfungen.

Literaturangaben

[1] Nader, W.F.; Elsner, J.; Brendel, T.; and Schubbert, R.: The DNA fingerprint in food forensics – the Basmati rice case. Agro FOOD Industry Hi Tech, 30(6): 57-61, 2019

Weitere Publikationen zum Thema können von den Autoren bezogen werden:
[2] Nader, W.F.; Brendel, T.; and Schubbert, R.: Advances in DNA fingerprinting for food authenticity testing. In: Advances in Food Authenticity Testing (G. Downey, editor).  Woodhead Publishing, Cambridge, UK, 2016, pages 7 – 33
[3] Nader, W.F.; Grote, A.-K.; and Cuevas Montilla, E.: Impacts of food safety and authenticity issues on the rice trade. Pages 159 – 176 in: Rice Processing – The Comprehensive Guide to Global Technology and Innovative Products (J. Sontag, editor). Erling Verlag, Germany, 2014
[4] Nader, W.F.; Brendel, T.; and Schubbert, R.: DNA-analysis:  enhancing the control of food authenticity through emerging technologies. Agro FOOD Industry Hi Tech 24(1): 42-46, 2013