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Methylquecksilber: Moderne Metallspeziesanalytik von Eurofins

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Die Eurofins Labore für Lebens- und Futtermittelanalytik in Deutschland etablieren moderne Metallspeziesanalytik

Juni 2026. Im Februar 2026 hat die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) einen wissenschaftlichen Bericht veröffentlicht, der den Zusammenhang zwischen Fischverzehr und Methylquecksilberexposition aufzeigt. Dem Bericht zufolge gelten Ungeborene als besonders gefährdet. Auch schwangere Frauen, Kinder und Jugendliche und grundsätzlich Personen mit hohem Fischkonsum können – abhängig von den verzehrten Sorten – ebenfalls besonders exponiert sein. Bereits im Jahr 2024 hatte sich das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) basierend auf Erhebungen der BfR-MEAL-Studie zu den möglichen Risiken durch Methylquecksilber in Fisch und Meeresfrüchten geäußert.

Seit Juni 2026 bieten die Eurofins Labore für Lebens- und Futtermittelanalytik in Deutschland eine neue sensitive und selektive IC-ICP-MS Analyse zur Quantifizierung von Methylquecksilber an, die gemeinsam mit der etablierten Methodik zur Analyse des Gesamtquecksilbers eine umfassende Bewertung der Quecksilberbelastung von Lebensmitteln und Futtermitteln ermöglicht

Entstehung und Eintrag in Lebensmittel

Quecksilber ist ein natürlich vorkommendes Schwermetall, das durch geogene (z. B. Vulkaneruptionen oder Brände) und anthropogene Einträge (z. B. Abbau von Bodenschätzen, Zementproduktion) in die Umwelt gelangt. In Gewässern und Sedimenten wird anorganisches Quecksilber von Mikroorganismen in Methylquecksilber umgewandelt. Methylquecksilber reichert sich in Plankton an und gelangt so in die aquatische Nahrungskette. Je höher Fische in dieser Nahrungskette stehen, desto höher sind ihre Methylquecksilbergehalte. Laut einer Stellungnahme des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) aus dem Jahr 2024 weisen beispielsweise Thunfisch und Rotbarsch besonders hohe Methylquecksilbergehalte auf. 

Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit

Elementares sowie anorganisches Quecksilber wird nur zu einem geringen Anteil im Gastrointestinaltrakt resorbiert, wohingegen Methylquecksilber nahezu vollständig bioverfügbar ist. Nach der Aufnahme erfolgt die Distribution in den gesamten Körper und kann bei Schwangeren und Stillenden auch in Nabelschnurblut, Plazenta bzw. Muttermilch nachgewiesen werden. Methylquecksilber akkumuliert vor allem in Leber, Nieren und Gehirn, was durch eine lange Eliminationshalbwertszeit von 80 Tagen begünstigt wird. Methylquecksilber wirkt stark neurotoxisch und löst Symptome wie Zittern, Wahrnehmungsstörungen und psychische Veränderungen aus. Bereits 2012 hat die EFSA in einer wissenschaftlichen Stellungnahme eine tolerierbare wöchentliche Aufnahme (TWI) für anorganisches Quecksilber von 4 µg/kg Körpergewicht und für Methylquecksilber von 1,3 µg/kg Körpergewicht festgelegt.

Besonders vulnerabel sind laut EFSA (2012) Ungeborene und Kinder, da eine Exposition bei ihnen zu Entwicklungsstörungen führen kann. Ebenfalls betroffen sind Schwangere, die aufgrund gesundheitlicher Vorteile häufig vermehrt Fisch konsumieren sowie grundsätzlich Personen mit hohem Fischkonsum. Im Rahmen der BfR-MEAL-Studie stellte das BfR für Jugendliche und junge Erwachsene der Altersgruppe 14 bis 25 fest, dass es bei hohem Fischkonsum bzw. dem Verzehr von besonders hoch belasteten Spezies zu Überschreitungen des TWIs kommen kann. 

Rechtliche Situation

Die Europäische Kontaminantenverordnung (EU) Nr. 2023/915 definiert Höchstgehalte für Quecksilber in Fischereierzeugnissen, Muscheln, Nahrungsergänzungsmitteln und Salz. Die Höchstgehalte für Quecksilber in Krebstieren, Muscheln und Muskelfleisch von Fischen liegen zwischen 0,3 mg/kg und 1 mg/kg. Dabei gelten für häufig verzehrte Fische, wie z. B. Lachs, Forelle oder Hering, strengere Vorgaben als für Fische mit typischerweise hohen Quecksilbergehalten (vorwiegend Raubfische).

Darüber hinaus setzt die Richtlinie 2002/32/EG Höchstgehalte für Quecksilber in verschiedenen Futtermitteln fest.

Analyse von Methylquecksilber

Für die Bestimmungen des (Methyl-)Quecksilbergehalts in Lebensmitteln ist eine robuste, genaue und empfindliche Methodik essenziell. Bisher wurde von unserem Produktionszentrum für Metalle und Elemente die Analyse des Quecksilbergesamtgehalts mittels Atomabsorptionsspektrometrie mit Kaltdampftechnik (CV-AAS) oder (Tandem‑)Massenspektrometrie mit induktiv gekoppeltem Plasma (ICP-MS, ICP‑MS/MS) angeboten. Ab Juni 2026 ist zusätzlich die Bestimmung von Methylquecksilber mittels ICP-MS nach Ionenchromatographie (IC-ICP-MS) verfügbar. Diese neue Methode wird auch im Paket mit der Gesamtquecksilberquantifizierung mittels ICP-MS angeboten. Dadurch lässt sich das toxikologische Risiko eines Lebensmittels besser bewerten, da der tatsächlich vom Organismus resorbierbare Anteil abgeschätzt werden kann.

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