JavaScript is disabled. Please enable to continue!

Mobile search icon
Lebensmittel >> Food Testing News >> Wissenschaftliche Erkenntnisse Acrylamid

EU verschärft Acrylamid-Regulierung: Neue Grenzwerte und erweiterte Produktkategorien geplant

Sidebar Image

Überarbeitete Benchmark-Level, erstmalige Höchstgehalte und neue Risikobewertungskriterien könnten Auswirkungen auf die Lebensmittelindustrie haben

Mai 2026. Die Europäische Kommission treibt derzeit eine umfassende Überarbeitung des EU-Risikomanagementrahmens für Acrylamid in Lebensmitteln voran. Geplant sind sowohl die Anpassung bestehender Benchmark-Level (BMLs) als auch die Einführung neuer BMLs für zusätzliche Produktkategorien. Darüber hinaus sollen erstmals verbindliche Höchstgehalte (Maximum Levels, MLs) für ausgewählte Lebensmittel festgelegt werden. Erste Rückmeldungen aus der Industrie wurden bereits im März 2026 koordiniert eingebracht, während weitere Konsultationen sowie ein Stakeholder-Forum vor der Sommerpause vorgesehen sind. Parallel dazu zeigen Eurofins-interne Datenauswertungen überwiegend geringe Überschreitungsraten – mit einigen relevanten Ausnahmen. Allerdings liegen für einige neue Produktkategorien jedoch auch nur wenige Daten vor.

Die geplanten Änderungen erfordern eine verstärkte Überwachung und gezielte Anpassung von Minderungsmaßnahmen. 

Neue Grenzwerte

Die Europäische Kommission hat klargestellt, dass künftig für einzelne Produktgruppen sowohl Benchmark-Level (BMLs) als auch Höchstgehalte (MLs) parallel gelten können: Während MLs die rechtliche Konformität und Marktfähigkeit bewerten, dienen BMLs weiterhin als Instrument zur Überprüfung und Optimierung von Minderungsmaßnahmen. Parallel dazu wird der regulatorische Rahmen deutlich ausgeweitet – mit datenbasiert ausgewählten neuen Kategorien, unter anderem gestützt auf die BfR MEAL Studie (2024), wie Babynahrung, Frühstückscerealien sowie zusätzliche Kartoffel- und Snackprodukte. Außerdem gibt es Anpassungen für etablierte Lebensmittel wie Brot, Kekse, (Gemüse-)Chips und Kaffee.

Was ist Acrylamid?

Acrylamid (2-Propenamid) wurde 2002 von einer schwedischen Arbeitsgruppe in verschiedenen stärkehaltigen, hitzebehandelten Lebensmitteln wie Pommes frites und Kartoffelchips nachgewiesen. Seitdem ist bekannt, dass Acrylamid durch thermische Prozesse (Backen, Rösten, Braten und Frittieren) aus Asparagin und reduzierenden Zuckern wie Glucose und Fructose entstehen kann. Acrylamid löst im Tierversuch Krebs aus. Zudem hat die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit 2015 bestätigt, dass Acrylamid in Lebensmitteln das Krebsrisiko für Verbraucher:innen aller Altersgruppen erhöht. 

Wie funktionieren Minimierungsstrategien?

Verordnung (EU) 2017/2158 definiert konkrete Minimierungsmaßnahme entlang der Prozesskette für alle relevanten Lebensmittelgruppen. Diese beziehen sich auf den Anbau und die Auswahl von Rohwaren, Lagerung und Transport, Rezepturen und Prozessführung. Außerdem werden Einsatzmöglichkeiten für verschiedene Lebensmittelzusatzstoffe beschrieben, die die Bildung von Acrylamid beeinflussen sollen.

Analyse von Acrylamid bei Eurofins

Das Eurofins Labornetzwerk für Lebens- und Futtermittelanalytik in Deutschland hat die Analyse von Acrylamid in allen relevanten Lebensmitteln mittels 2D-LC-MS/MS etabliert und kontinuierlich weiterentwickelt. Das Angebot beinhaltet auch die Analyse von Acrylamid mit niedriger Bestimmungsgrenze (LOQ 5 µg/kg). Die in der aktuell gültigen Verordnung (EU) 2017/2158 genannten Leistungskriterien an die Analyse von Acrylamid werden erfüllt. 

Wenn Sie wissen möchten, was Acrylamid ist und wie die in Verordnung (EU) 2017/2158 definierten Minimierungsmaßnahmen funktionieren, lesen Sie gerne unsere Seite Analyse auf Acrylamid.

Kontaktieren Sie uns!

Bei weiteren Fragen zum Thema wenden Sie sich gerne direkt an Ihre:n Kundenbetreuer:in oder senden Sie uns Ihre E-Mail.

Relevante Quellen

[1] Verordnung (EU) 2017/2158
[2] Ergebnisse der BfR-MEAL-Studie: Acrylamid in Lebensmitteln aus dem deutschen Markt – höchste Werte bei Gemüsechips